In der herrlichen Landschaft zwischen den Ufern des Bodensees, den Höhen des Wittohs und den von Feuern und
Eis geformten Hegauer Vulkanberge liegt auf einem steilen Bergkegel das kleine Städchen Aach. In der Nähe findet
man das Schloß Langenstein, bekannt durch eines der umfangreichsten Fasnachtsmuseen Süd-deutschlands. Auf
dem Weg zwischen den Ländereien des Schlosses und dem ausgelagerten Gewerbegebiet der Städte Aach und
Volkertshausen schmiegt sich ein kleines Vereinsheim an den Waldrand.
Die Modellfluggruppe Aach / Hegau hat sich dort ein zu Hause geschaffen. Seit 1973 treffen sich die
Vereinsmitglieder regelmäßig auf dem von der Kirche gepachteten Gelände um ihrem Hobby nachzugehen.
Die Geschichte des Vereins beginnt aber viele
Jahre eher und auch an einem anderen Ort.
1927 wird in Singen am Hohentwiel die Flug
und Arbeitsgruppe, kurz FAG, gegründet. Sechs
Jahre später vereinen sich die drei
verschiedenen Fliegergruppen Singens zu
einer, die aber 1945 den Flugbetrieb in Singens
Norden wieder einstellen müssen. 1951 wird die
Segelfliegergruppe Singen neu gegründet und
zum ersten Mal wird auch die Modellfliegerei
erwähnt. Eine Abteilung Modellbau und Flug
wird gegründet, die 1960 auf dem alten
Gelände im Bruderhof ihre Arbeit aufnimmt.
12 Jahre später, 1972, machen sich die
Modellflieger selbstständig, die MFG Singen
wird geboren. Noch im gleichen Jahr muss sich
der Verein aber ein neues zu Hause suchen, da
die Bebauung des Bruderhofgebietes eine
Aufrechterhaltung des Flugbetriebes unmöglich
macht.
Im Spätherbst 73 ergibt sich dann endlich eine Lösung. Die Stadt Aach, vertreten durch den Bürgermeister Jäger,
und die Kirche durch Pfarrer Gigax sind bereit dem Verein entgegen zu kommen. Sie haben vor allem die
Jugendlichen im Sinn, die mit dem Modellflug eine spannende und interessante Tätigkeit ausüben können.
Am 15.Dezember 1973 wird dann endlich der Pachtvertrag unterschrieben. Die Mitglieder opferten in den folgenden
Jahren viel Zeit, Arbeit und Geld um das Gelände zu einem Modellflugplatz umzuwandeln. Für das gemütliche
Beisammensein zu fördern wird auch noch ein Vereinsheim gebaut. Im März 1975 wird das Gelände dann vom
Regierungspräsidium Freiburg zugelassen und 1980 wird die Zulassung auf Flugmodelle mit einem Abfluggewicht
bis 20 Kilogramm ohne Beschränkungen erweitert.
1978 wird der Verein im Singener Vereinsregister eingetragen und nennt sich nun offiziell MFG Singen e.V..
Die steigende Mitgliederzahl und die Veränderungen im Modellbaubereich machen in den folgenden Jahren
mehrere Erweiterungen nötig. Mehrmals wird der Platz erweitert, die Auslaufzonen der Start- und Landebahn
verlängert und der Zuschauerbereich besser gesichert. Das Vereinsheim, die Hütte, wird gerne genutzt und ist
darum auch schon einige Male renoviert und umgebaut worden.
Das Alles konnte in all den Jahren durch den Einsatz der Mitglieder und die Einnahmen aus Beiträgen,
Veranstaltungen und Spenden ohne zu Hilfenahme der Banken realisiert werden. Bei verschiedenen
Veranstaltungen in den umliegenden Städten machen die Flieger Werbung für sich und ihr Hobby. Etwa jedes
zweite Jahr laden die Modellflieger interessiertes Publikum auf das eigene Gelände ein um zusammen mit
befreundeten Vereinen und Modellflugkameraden einen Flugtag abzuhalten. Mit einer gelungenen Präsentation
versucht man den Applaus des Publikums zu erhalten und die Begeisterung an Jung und Alt weiter zu geben.
Die Stadt Aach und ihr Bürgermeister sind dabei immer gerne zu Gast und auch gerne gesehen. Die Verbundenheit
mit Aach und die zunehmende Entfremdung von Singen führte dann 1994 zu einer Namensänderung. Die Mitglieder
einigten sich darauf den Verein in MFG Aach / Hegau umzubenennen. Zur Jahrtausendwende wurde die
Gemeinnützigkeit des Vereines beantragt.
In über 50 Jahren Modellflug und mehr als 30 Jahren Vereinsgeschichte hat sich vieles verändert. Die Modelle sind
schneller und kleiner geworden, die Motoren kräftiger und die Materialien leichter, große Spannweiten sind kein
Problem mehr, die Elektronik ermöglicht immer mehr und obwohl die Motoren auch leiser werden sind die
Menschen sensibler geworden. Neben der Elektronik und den Materialien haben sich vor allem die Menschen
verändert. Aus Jugendlichen wurden Erwachsene, aus Einsteiger Profis, manche haben den Verein verlassen,
andere kamen hinzu. Fliegerhochzeiten wurden gefeiert und Geburten registriert. Der Pilotennachwuchs kommt aus
den eigenen Reihen und von einigen verdienstvollen Mitgliedern hat man sich verabschieden müssen.
Die Vorstandschaft hat mehrfach gewechselt und die Freundschaften mit den anderen Vereinen haben sich
verändert. Nur eines verändert sich nicht.